> Den Gesellen ruft die Ferne

Nach bestandener Gesellenprüfung steht dann dem Brauer und Mälzer die Welt offen, denn bayerisches Bier und bayerische Bier-Experten genießen überall einen hervorragenden Ruf. Es gibt Brauer und Mälzer, die ein Leben lang ihrem Lehrbetrieb die Treue halten. Aber besonders interessant wird der Beruf, wenn man bereit ist Erfahrungen in unterschiedlichen Betrieben - auch im Ausland - zu sammeln. Wer weiterkommen will, muss bereit sein, sich ständig weiterzubilden. Dafür gibt es auch für Brauer und Mälzer eine Vielzahl an Möglichkeiten: Ausbildung zum Brau- und Malzmeister, staatlich geprüfter Brau- und Getränketechnologe, Diplombraumeister, Bachelor und Master. Aber auch in technisch verwandten Zweigen, wie der Milch- und Weinwirtschaft, der Herstellung alkoholfreier Getränke oder der umfangreichen Zulieferindustrie (wie Maschinenbau für Brauerei- und Getränkeanlagen) sind Brauer immer gern gesehene Fachkräfte.
Das Braugewerbe ist in Deutschland eine wichtige Sparte der Lebensmittelindustrie. Wer sich bemüht und mobil ist, der findet auch einen guten Arbeitsplatz im In- oder Ausland.
> Der weitere Aufstieg

Ein besonderes Kennzeichen des Brauer-Berufes war von jeher die besondere Durchlässigkeit bei der
beruflichen Höherqualifizierung, sei es an den Technischen Universitäten in Berlin und Freising-Weihenstephan
oder im Bereich der Ausbildung zum handwerklichen Braumeister in Bayern und Baden-Württemberg.
> Meister und Techniker

Der Facharbeiter- oder Gesellenbrief ist Voraussetzung, um sich zum Braumeister/in oder Brautechniker/in weiterzubilden. Auch eine mindestens einjährige Berufserfahrung wird empfohlen. Wer Meister oder Techniker werden möchte, muss eine Meisterschule für das Brauwesen erfolgreich absolvieren.
Zwei Schulen gibt es in Süddeutschland, die Meisterkurse im Vollzeitunterricht anbieten: das Doemens-Technikum in München-Gräfelfing und die Landesschule für Brauer und Mälzer in Ulm (zwei Semester zu je 20 Wochen bei ca. 38 Unterrichtsstunden pro Woche). Die Brauerschule in Kulmbach bietet speziell für mittelständische Betriebe die Möglichkeit, den Meisterkurs immer am Wochenende (Freitag am Nachmittag und Samstagvormittag) zu absolvieren. So fehlt der Geselle dem Betrieb nicht über einen längeren Zeitraum, kann neben dem Meisterkurs weiter brauen.
Der Braumeisterkurs dauert knapp ein Jahr. Schwerpunkte bilden der praxisorientierte Unterricht, er sorgt für eine fundierte Ausbildung in allen Fachbereichen mit modernster Technik und aktuellem Know-how: die Technologie der Bier- und Malzzubereitung, Maschinenkunde und Energietechnik, Qualitätssicherung und Betriebshygiene, Prozesstechnik und Datenverarbeitung, Gesetzeskunde, Arbeitspädagogik, Deutsch sowie naturwissenschaftliche Grundlagenfächer.
Brauer- und Malzmeister übernehmen Fach- und Führungsaufgaben in Brauerei- und Mälzereibetrieben oder in der sonstigen Getränkeherstellung. Dabei planen, steuern, koordinieren und überwachen sie die Arbeitsprozesse, stellen die Qualität der Produkte und deren anschließende Vermarktung sicher. Darüber hinaus können Brau- und Malzmeister auch in Gaststätten mit Hausbrauerei tätig sein und kommen als Hersteller von Frucht- und Gemüsesäften sowie von Bier- oder Hefeextrakt infrage.
Ein Meister profitiert von seinem Know-how und Kreativität - die Arbeit macht sich bezahlt! Meister führen Mitarbeiter und bilden sie aus.
In kleineren Betrieben beginnt der Brau- und Malzmeister als Brauführer, Laborant oder als Betriebsleiter. Damit bietet sich die große Chance, Verantwortung für den Betrieb, die Produktqualität, die Mitarbeiter und die jungen Auszubildenden zu übernehmen. Der Meister ist als Betriebsleiter oder dessen Stellvertreter der Geschäftsleitung direkt unterstellt. In Großbetrieben gibt es die Möglichkeit, als Abteilungsleiter, Betriebskontrolleur, Brauführer, Laborleiter oder im technischen Außendienst eingesetzt zu werden. Wobei die Tüchtigkeit und die Loyalität den Aufstieg in die oberen Etagen ermöglichen - Voraussetzung ist jedoch eine permanente Weiterbildung.
> Brau- und Getränketechnologe/in

Junge Männer und Frauen mit mittlerem Bildungsabschluss (Mittlere Reife, Quabi), einer abgeschlossenen Lehre als Brauer und Mälzer sowie einer mindestens einjährigen Berufspraxis können an der Doemens-Fachakademie ein viersemestriges Studium zum Brau- und Getränketechnologen belegen, was ergänzt werden kann durch die freiwillige Zusatzprüfung vor der Industrie- und Handelskammer als "Betriebsbraumeister". Ziel dieser zweijährigen Ausbildung ist es, den Absolventen intensive Kenntnisse in technologischen Themenfeldern und weiteren Getränkebereichen zu vermitteln. Tiefes Verständnis nicht nur für die technologischen Prozesse, sondern auch für deren technische Umsetzung erfahren die Studierenden in der Anlagentechnik, in Mess-, Steuer- und Regelungstechniken. Energietechnik, Elektrotechnik, Lebensmittelchemie oder biotechnologischen Lehrinhalte vermitteln darüber hinaus Wissensstandards, die den Brau- und Getränketechnologen nicht nur in Brauereien, sondern in allen Herstellungsbetrieben alkoholfreier Getränke, in Fruchtsaftbetrieben, in Betrieben der Zulieferindustrie, der Grundstoffindustrie, der Prozessteuerung und des Anlagenbaues einsetzbar machen. Die theoretischen Kenntnisse werden in den Labors und an den Pilotanlagen der Versuchsbrauerei, Lehrmälzerei in die Praxis umgesetzt, eine äußerst praxisnahe Ausbildung: Brauereien, Ausrüster und Maschinenhersteller bieten in Seminaren, Fachvorträgen und Exkursionen umfangreiche Möglichkeiten, erworbene Kenntnisse in praktischer Anschauung zu vertiefen. Die qualifizierte, eigenverantwortliche Leitung einer Abteilung oder die Übernahme von Führungsaufgaben in nahezu allen technisch-technologischen Bereichen der Getränkeindustrie sind die Anforderungsprofile, welchen dem Brau- und Getränketechnologen gerecht werden. Er kann in den gleichen Ebenen wie der Meister, aber auch in höheren Positionen als Betriebsleiter oder Abteilungsleiter in größeren Betrieben beginnen.
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